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Artikulationsstörungen
Durch die LKG-Spalte können Kinder die für die Lautbildung entscheidenden Artikulationsstellen zunächst nicht nutzen. Deshalb neigen die Kinder dazu, die Lautbildung hinter den Bereich der Fehlbildung zu verlagern. Man spricht dann von „rückverlagerter Lautbildung“. Bei gespaltener bzw. ungünstig vernarbter Oberlippe können die Laute /p/ und /b/ nicht richtig gebildet werden. Laute, wie /p/ und /t/, bei denen die Luft explosionsartig aus dem Mund entweicht, werden meist schwächer oder gar nicht ausgesprochen, weil die Luft vorzeitig durch die Nase entweicht, bevor sie sich anstauen kann. Der Laut /k/ kann zum Beispiel durch den gespaltenen Gaumen und das gespaltene Zäpfchen meist nicht richtig ausgesprochen werden und wird vom Kind häufig durch ein Geräusch im Rachen ersetzt, das einem Schnarchlaut ähnelt.
Reibelaute wie /f/, /w/, /ss/ und /sch/ können durch die Nase verklingen oder in den Rachen rückverlagert werden und klanglich dem „ach“-Laut ähneln. Die Aussprache des Lautes /s/ fällt Kindern mit LKG-Spalten besonders schwer, weil für dessen Artikulation ein sehr gutes Hörvermögen, eine exakte Zungen-Zahnstellung und eine ganz präzise Luftstromführung erforderlich sind, die durch die Spaltbildung meist eingeschränkt sind. Die Zischlaute /ss/, /s/, /z/, /sch/ stellen allerdings nicht nur für Kinder mit LKG-Spalten Schwierigkeiten dar, sondern werden auch von Kindern ohne Spaltbildungen oft erst im Alter von vier bis fünf Jahren korrekt artikuliert.
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