Störungen im Mund-Gesichtsbereich

Die Fehlbildung von Lippe, Kiefer und Gaumen bringt eine Reihe von Veränderungen im Zusammenspiel der Muskeln und für die Kau-, Schluck- und Sprechwerkzeuge mit sich. Die Spaltbildung verhindert das gleichmäßige Wachstum des Gesichts und es lassen sich folgende typische Merkmale beobachten:

Fehlfunktion der Zunge und Mundatmung
Da der Gaumen-Segel-Verschluss fehlt, legt sich die Zunge in Ruhelage nicht am oberen Gaumengewölbe an, sondern kann sich in die Nasenhöhle verlagern. Durch die versperrten Nasen-Atemwege und die gestörte Mund-Ringmuskulatur atmen die Kinder auch durch den Mund. Im Gegensatz zur Nase kann der Mund die Luft nicht anwärmen, befeuchten und reinigen. Dies kann Infektionen begünstigen und sich später auf die Lautbildung auswirken, da die Sprechmuskeln nicht wie bei anderen Kindern ohne Spaltbildungen bewegt werden können.

Kiefer- und Gebissanomalien
Die ungünstigen Druckverhältnisse im Mund können die Ausformung des Oberkiefers verhindern. Durch die Fehlbildung im Kieferbereich brechen die Zähne oft schief durch, die seitlichen Schneidezähne können doppelt oder gar nicht angelegt sein. Das Erlernen der richtigen Artikulation kann durch die Zahnfehlstellung entscheidend beeinträchtigt werden. Für Kinder mit LKG-Fehlbildungen besteht daher ein hoher Bedarf an regelmäßiger zahnärztlicher und kieferorthopädischer Kontrolle.

Besonderheiten der Mimik
Besonders bei Kindern, bei denen der Gaumen erst sehr spät verschlossen wird, können sich mimische Mitbewegungen im Bereich der Nase, des Mundes oder der Stirn herausbilden. Das Bemühen des Kindes, den Luftaustritt durch die Nase zu verringern, kann einen verzerrten Gesichtsausdruck bewirken.